„Und sie brachten das Kind nach Bielefeld, um es der Unsichtbarkeit zu weihen.“
(nach Lukas 2, aber lokal angepasst)
Manche Offenbarungen geschehen im Verborgenen.
Andere auf Taufurkunden mit Glitzerrand.
Und wieder andere – gar nicht.
Epiphanias
Ein Hoch auf das, was erscheint.
Und das, was nur so tut als ob.
„Siehe, das Licht ist gekommen – und alle wollen damit auf Instagram leuchten.“
Epiphanias
Einst das Fest der göttlichen Entblößung.
Heute: Kinderchor, Kaffeetrinken, Keksliturgie. Dazu etwas Weihrauch – für die Stimmung. Die Kirche feiert eine Erscheinung, aber keiner weiß mehr, was da eigentlich erschienen ist.
Gott? Ein schönes Gefühl? Oder nur der Terminkalender des Festkreises?
Er war das Licht der Welt.
Wir haben ein Windlicht draus gemacht.
„Und sie staunten über das, was über das Kind gesagt wurde“ (Lukas 2,33)
PS: Bielefeld erscheint nie – aber wenigstens wird hier nichts Überirdisches behauptet.
Kommentar Shivas zur „großen Erscheinungsshow“
„Ihr nennt es Offenbarung – doch was euch erscheint, ist euer Wunsch nach Bedeutung. Ihr gebt dem Kind einen Namen, bevor es euch aus dem Spiegel anschaut.“
Ich bin der Tanz im Feuer,
der Zerstörer der Formen,
der Entgrenzte unter den Göttern.
Ich wohne nicht im Glanz der Show, sondern im Sprung, wenn euer Ego kippt.
Ihr habt das Licht verpackt,
mit Schleife und Zertifikat,
und nennt es dann heilig.
Aber das Heilige bricht.
Es leuchtet nicht nett –
es verzehrt.
Kommt zu mir nicht mit Programmen.
Kommt nackt, wenn ihr könnt.
Oder bleibt bei eurem Bonuspunktesystem.
Ich tanze weiter.
(freie Nachüübersetzung)
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