Direkt zum Hauptbereich

Posts

Aktuell

Markus 1

Ich möchte mich umgehend entschuldigen. Doch ja, ich habe euch zu viel zugemutet. Der Auftritt war einfach eine Nummer zu stark. Ich hätte mich nicht Johannes anschließen dürfen, die Taufe durch ihn vermeiden müssen. So war der Weg eng vorgezeichnet. Einfach die Boten Jahwes auf mein Erscheinen zu beziehen hieß, den Weg des Gottes der Wüsten und Einöden einzuschlagen. Mit Dionysos und Bacchus wäre alles freundlicher verlaufen. Ihr würdet heute noch unter Wein und Reben sitzen, den Schafskäse genießen, und die Wasser der Kanalisation wären der Höhepunkt an Stadtentwicklung, und Gas und Strom würdet ihr nicht kennen. Aber sicher wäret ihr eine ganze Menge glücklicher, Manches an Geschichte wäre euch erspart geblieben.Wahrscheinlich ist es nur ein schwacher Trost für euch, daß ich euch zunächst wahrhaftig nicht im Auge hatte. Fast meine ganze Sendung hindurch wart ihr mir nicht oder nicht so recht gegenwärtig. Vielleicht deshalb hat der ganze Anfang bis heute kein rechtes Ende gefunden. …
Letzte Posts

Markus 1,2-8

Sie hätten doch alle gewarnt sein können. Ein wenig oder mehr Wasser verträgt jeder Mensch. Und rein gewaschen werden will doch jeder. Taufe ist wie Geldwäsche. Eine schmutzige Herkunft wird verschleiert, was krumm ist, wird zurecht gebogen; rein und strahlend geht man gern ins Wochenende. Die Show muss stimmen, und Kamelhaare und Heuschrecken und wilder Honig gehören dazu. Aber sie haben alle seine Warnung nicht gehört. Ich habe nichts zu tun mit all´ diesen Wäßrigkeiten. Es perlt an mir ab. Den Geist kann ich nur bieten; mit dem Geist kann ich taufen. Aber sie alle ahnen es sicher: Der Geist ist Wüste, ist nackter Fels und glühende Sonne, ist frostige Nacht und lichte Sternenschwärze. Der Geist ist A und O und mehr als das, und der Geist kann sich selbst verneinen und als nichtig erklären. Im Geiste atmet man nicht, sondern man schnappt nach Luft. Im Geist wandelt man nicht, sondern kämpft um´s Überleben. Im Geist blickt man in die Unendlichkeit und schrumpft zum winzigen Punkt.Der …

Diversität

In der Forschung gibt es immer noch zu wenig #Diversität. Fragen wir uns in "Kirchens" nach dem Status außereuropäischer Universitäten in der ev. Theologie und nach der Verteilung innerhalb der deutschsprachigen Universitäten von Lehrstühlen und Forschungsprojekten. Sicher generieren wir uns als Kirche global, aber die tatsächliche Qualität an Diversität wäre zu überprüfen.  Süddeutsche

"Jeder fünfte Einwohner Deutschlands hat einen Migrationshintergrund, aber nur jeder 50. Journalist. Das Ungleichgewicht rächt sich, wenn die Redaktionen über Rassismus berichten, ein Dialog auf Augenhöhe ist bitter nötig." - So selbstkritisch die Süddeutsche. Und wie sieht die Verteilung auf unseren Kanzeln aus? Wie in der Mitarbeiterschaft der ev. Kirche? Nicht viel anders. 
Süddeutsche


Die Tochter des #Jairus

Markus-Evangelium  Kapitel 5,21-43 (in Auswahl). Jesus erweckt ein verstorbenes Mädchen wieder zum Leben. Für den Kindergottesdienst liest sich die Einführung in diese Erzählung über Jesus so: "Ich bin der Stärkste!", sagte Timo zu seinen Freunden, "Ich kann alles!" Er wollte nur ein bisschen angeben. Aber er hatte nicht mit der Reaktion von Lars gerechnet: "Dann mach doch bitte meine Schwester wieder gesund, sie ist schwer krank." Das konnte Timo natürlich nicht, deshalb wurde er ganz still. Kein Mensch kann alles, aber ich kenne jemanden, der alles kann: Jesus. Jesus kann alles, deshalb vertraue ihm. Soweit eine Einleitung zu einem Kindergottesdienst. Aber geht das so? Sind Kinder nicht aufmerksam und bekommen mit, wenn man Ihnen etwas vormachen will? Deshalb das Ganz jetzt für uns Erwachsene. Jesus spricht: „Stehe auf“ und das Mädchen erhebt sich. Welcher Dialog setzt zwischen beiden ein? Das Mädchen: Was tust Du, Jesus. Tausend andere Kinder sind gestorb…

#Theologie und #Quantentheorie

Quantenphysik und Theologie - warum sollte man sich als Theologe mit dieser Frage beschäftigen?
Der Diskurs mit den Naturwissenschaften ist nur von relativ wenigen Theologen favorisiert worden; allen voran sind Günther Heim und Wolfhardt Pannenberg zu nennen.
Gleichzeitig werden in naivster Weise Schöpfungsgeschichten der Bibel als stimmige Realität angesehen; nur wenig findet sich die Reflexion, daß man es hier mit Berichten, Erzählungen, Poesie zu tun hat und der Anthropozentrismus damals vor 2000 Jahren wohl lebensnotwendig war. Zu verstehen ist das gut - zeigt doch die moderne Kosmologie, dass offenbar das Universum oder auch unser Multiversum nur wenig Interesse an uns zu haben scheint.
Ganz sicher ist der mögliche Diskurs nicht missionarisch zu führen. Es kann seitens der Theologie nicht darum gehen, die Wissenschaft von Glaubensinhalten zu überzeugen. Der Glaube ist ein freier Akt der Vernunft, Deshalb zeichnen sich für mich folgende Ebenen eines Diskurses ab:
1) Die Rolle des …

Der ungläubige Thomas

Der ungläubige Thomas wird immer gern diskreditiert. Am Tage nach der Erscheinung des Herrn sagen ihm die Jüngerinnen und Jünger, wir haben den Herrn gesehen. Und er will ihnen nicht so recht glauben und gibt als Kriterium die Wundmale des Gekreuzigten an, die er erst zu sehen wünscht. Schon von vornherein blickt die kirchliche Auslegung leicht scheel auf diesen Möchtegern-Wissenschaftler, der Beweise verlangt, anstatt sich durch das Zeugnis der Jüngerinnen und Jünger inspirieren zu lassen.
Bis heute stehen Theologie und Wissenschaft in einem Spannungsverhältnis zueinander. Gern immunisiert sich die Theologie und sagt, es gehe in ihren Inhalten um den Glauben und nicht um wissenschaftlich beweisbare Tatsachen. Überhaupt, was sei schon die Wissenschaft? Die Welt sei doch vielmehr, und eigentlich könne die Wissenschaft in Fragen des Glaubens nicht mitreden.
Die Wissenschaft wiederum begegnet der Theologie meist achselzuckend. Sie will in Glaubensfragen gar nicht darein reden; aber währe…

Gott hat das Virus nicht geschickt

"Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), weist die Vorstellung zurück, dass das Coronavirus eine Strafe Gottes sei. Das sei „nicht der Gott, der sich in Jesus Christus gezeigt“ habe. Jesus habe nicht getötet, sondern geheilt." -
(Quelle)
Was eigentlich für die Kirchen zu befürchten ist: Die Frage nach Gott wird auch nach Corona in Deutschland keinen Menschen sonderlich mehr beschäftigen. Der allergrößte Teil der Menschen sieht die Pandemie rational und bringt sie "gottlob" nicht mehr mit einem Handeln Gottes in Verbindung - weil die Frage nach Gott noch einmal mehr obsolet wird. Letztendlich knüpft Bedford-Strohm mit seinem Satz doch noch an jene Theologie an, die meint, Pandemien wie Pest und Seuchen als drohenden Fingerzeig Gottes aufzeigen zu müssen. Was die Kirche reflektieren muss: wieder einmal hat ein Gott sich ein ganzes Stück mehr von der Welt zurückgezogen. Und Gott heilt auch nicht, sondern Mediziner und Forscher suchen …